Eta 穢多 (wörtlich: viel Schmutz), Burakumin

In der →Edo-Zeit gehörten die Eta zusammen mit den Hinin (Nicht-Menschen: zumeist Kriminelle, Bettler, Leichenwäscher, Totengräber) zu den auf niedrigster Stufe unterhalb der vier Stände stehenden Bevölkerungsgruppen. Sie verrichteten Tätigkeiten, die im shintoistisch und buddhistisch geprägten Japan als unrein, schmutzig (kegare) galten: Schlachter, Gerber, Lederverarbeiter, und damit auch Trommelhersteller und Schuhmacher. Mit diesen als unrein geltenden, aber notwendigen Tätigkeiten standen sie in der Gesellschaft zwar ganz unten, hatten aber ein gesichertes Einkommen. Sie lebten abgetrennt von der örtlichen Gemeinschaft in gesonderten Siedlungen (buraku), weshalb sie auch buraku-min genannt wurden. Deren Kinder durften keine normalen Schulen besuchen, auch durften sie wie die Paria in Indien von normalen Bürgern kein Essen annehmen oder deren Häuser betreten. Noch heute glauben viele, dass sie ansteckende Krankheiten verbreiten würden.

Mit Ende der Edo-Zeit wurden 1871 die Burakumin offiziell befreit und zu shin-heimin (Neu-Normalbürgern ernannt, verloren damit ihre frühere Monopolstellung, weshalb sich ihre finanzielle Situation verschlechterte. Doch der Makel blieb. Bis in die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wurden Menschen, die aus den ehemaligen Buraku stammten, bei der Bewerbung für Firmen oder als Ehepartner diskriminiert, weil entgegen der Gesetze von 1947 inoffizielle Listen der einstigen Buraku kursierten, und wer von dort stammte, hatte schlechte Karten. Es gab einst mehr als 5000 Sondersiedlungen, heute leben noch zwei bis drei Millionen Menschen, die Nachfahren der einstigen Burakumin sind.
 
In Tokyo war der Stadtteil Sanya im Norden von Asakusa einst ein Buraku. Noch heute ist Asakusa ein Zentrum der Schuhherstellung. Da dürfte ein Zusammenhang bestehen.

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