Kaihō Juli/August 2026, Japanischer Gesprächskreis 会報 日本語で話す会
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Im Frühjahr fanden jeden Monat eine Reihe einzigartiger Vorträge statt. Leider kann ich hier nur kurz auf zwei dieser Vorträge eingehen.
Der Titel des Vortrags im März lautete „Humanoide in Japan“. Humanoide und Androide sind menschenähnliche Roboter. Der japanische Referent war zwar kein Robotik-Experte, begann jedoch mit Nachforschungen, da er sich fragte, warum Japan, das einst eine führende Rolle im Bereich der Robotik innehatte, heute weit hinter den USA und China zurückliegt.
Zu Beginn des Vortrags wurden die Entwicklung und die Stärken humanoider Roboter in Japan vorgestellt. Im Jahr 1973 entwickelte die Waseda-Universität den weltweit ersten Humanoiden „WABOT-1“, und im Jahr 2000 folgte Hondas „ASIMO“. In Japan waren die Voraussetzungen für die Entwicklung von Humanoiden bereits gegeben. Denn in Manga- und Anime-Werken tauchten bereits menschenähnliche Roboter auf, darunter Astro Boy, Ironman 28, Doraemon und Evangelion. Doch die Produktion der Humanoiden war zu kostspielig.
Da Japan erst spät in die Entwicklung von KI und tiefen neuronalen Netzen eingestiegen ist, hinkt es in der Robotikentwicklung den USA und China weit hinterher. Die Frage ist, ob Japan diesen Rückstand wieder aufholen kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Robotik in Japan und weltweit in Zukunft entwickeln wird.
Frau Anna Tsuri, Opernregisseurin an der Bayerischen Staatsoper, wählte „Beifuß“ als Thema für das Treffen im April. Denn wenige Tage nach ihrem Vortrag hatte sie in ihrem Kräutergarten ein Picknick mit Beifußpflücken für bis zu acht Familien geplant. Beifuß (Gattung: Artemisia) wird als „Königin der Kräuter“ bezeichnet, und seine vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten sind von alters her bekannt. Der Name leitet sich davon ab, dass Pilger Beifuß in ihre Schuhe stopften, um Verletzungen und Entzündungen an den Füßen vorzubeugen. Zu den wichtigsten Wirkungen zählen die Förderung der Verdauung, krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften.
In Japan wird aus gepflücktem Beifuß „Kusamochi“ hergestellt. Dabei handelt es sich um Reiskuchen mit Beifuß, die mit süß gekochten Azuki-Bohnen gefüllt sind. Außerdem gibt es „Moxibustion“ als Methode zur Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten. Hierfür wird „Mogusa“ verwendet, das aus den getrockneten, feinen Härchen der Beifußblätter hergestellt wird. Durch das Verbrennen von Mogusa auf der Haut werden bestimmte Stellen stimuliert. Frau Tsuri hatte pulverisierte Beifußblätter mitgebracht und bereitete daraus Beifußtee für uns zu. Er schmeckte sehr gut.
Im nächsten Kaihō berichte ich über Prof. Aokis Seminar und über „Kyōgi Karuta“ (Kartenspiel). Yuko Murato (Aufnahme: Yuko Murato)
(要旨)
春には毎月特筆すべき講演がありましたが、ここでは紙面の関係で一部しか紹介できません。
3月のテーマは日本のロボット産業でした。日本人の講演者はその分野の専門家ではありませんが、ロボット開発の初め華々しい活躍をした日本の産業がその後全く他国に追い越されてしまったのが不思議だったそうです。日本では漫画やアニメ文化のため、人間の形をしたロボットを受け入れる下地ができていましたが、しかしWABOT-1やASIMOなどは製作費が非常にかかりました。
日本はAIの開発に取り掛かるのが遅く、現在ロボット産業は米国と中国の後塵を拝しています。今後日本が遅れを取り戻せるかどうかが注目されます。
オペラ演出家の釣アンナさんは4月に薬草の「よもぎ」について講演なさいました。日本では草餅を作ったりもぐさを作ったりと活躍しますが、西洋でも薬草としても効用は古くから知られ、例えば巡礼者は履物の中によもぎを詰めて足の怪我や化膿を防いだそうです。他に消化促進、筋肉痙攣防止や化膿止めが効用として挙げられます。最後に私たちによもぎ茶を振舞ってくださいました。
次の会報では愛媛大学教授、青木亮先生のセミナーと競技かるた(百人一首)について報告します。村戸裕子 (写真:村戸裕子)