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DJG Bayern e.V.

Wie das japanische Theater nach Bayern kam – und was es bewirkte | Vortrag von Dr. Andrea Hirner

Wie das japanische Theater nach Bayern kam – und was es bewirkte | Vortrag von Dr. Andrea Hirner

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Das vergangene Jahr 2025 stand für die Mitglieder der DJG ganz unter dem Zeichen des japanischen Holzschnitts, als die Bayerische Staatsbibliothek ihre großartige Sammlung aus-stellte. Dieses Jahr hält für uns dagegen einen anderen Leckerbissen bereit, Aufführungen von Stücken des Nō-Theaters sowie eine Ausstellung von Farbholzschnitten des Kabuki-Theaters aus mehr als drei Jahrhunderten im Museum Fünf Kontinente.

Während zum Beispiel Holzschnitte im 19. Jahrhundert bereits bekannt waren, war es für Münchner nahezu unmöglich, Theaterformen wie Kabuki, Nō oder Bunraku persönlich ken-nenzulernen. Doch dann entführte sie 1886 die englische Operette „Mikado“ in das Zauber-reich Japan. Allerdings hatte dieses Zauberreich wenig mit dem realen Japan zu tun, was wiederum einen japanischen Impresario dazu bewegte, um 1900 eine aufwendige Gastspiel-reise durch Europa zu unternehmen. 1902 gastierte er in München. Wieder gab es ein starkes Echo auf die Darbietungen, eine Mischung aus japanischen Motiven und europäischer Büh-nenkunst, die nicht unbedingt geglückt war. Aber wer sollte das von den Zuschauern schon wissen, wenn er nie das wahre Kabuki gesehen hatte?

Nō stand auch in Japan immer etwas abseits von den anderen populären Theaterformen wie Kabuki oder Bunraku, dem japanischen Puppenspiel. Während der Jahrhunderte der Feu-dalherrschaft war Nō ein aristokratisches Vergnügen, das 1868 plötzlich endete. Nō verlor seine Förderer und musste sich eine neue Basis suchen, was sehr schwierig war. Bis sich Europa ernsthaft mit den drei Formen des japanischen Theaters auseinandersetzte, verging viel Zeit. Das Interesse setzte besonders um 1920 ein, als auch das europäische Theater nach neuen Inspirationen suchte. Künstler reisten nach Japan, studierten dort selbst die drei dar-stellenden Künste Japans und schrieben Bücher darüber. So kam auch die Kenntnis über die Bedeutung von Nō nach Deutschland. Heute gehört diese Theaterform zum immateriellen Weltkulturerbe der Menschheit, und langsam festigt sich ihre Bedeutung durch das Wissen, dass dies eine seit vielen Jahrhunderten unverändert gebliebene Darstellungsform und des-halb einzigartig ist.

Aber Aufführungen des Nō waren immer selten, bedingt schon durch den Aufwand an Kos-tümen, Instrumenten und die zahlreichen Mitwirkenden. Erst mit dem Anbruch des 21. Jahrhunderts wurden Gastspielreisen ins Ausland möglich, so auch nach München.

Spannend ist die Frage, welche Aufführungen es in München gab, und wie sich der Blick auf Japan dadurch verändert hat.

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